3. Reise 2011 - Slowenien

Völlig überraschend kam am 30.September 2011 der Anruf von Herbert, dass er für den 08.10.2011 einen Besuchstermin für die Otoska jama, der Fluchthöhle der Assiniboins aus "Winnetou II" organisieren konnte. Herbert erwischte mich gerade auf einem Autobahnrastplatz auf der Fahrt ins verlängerte Wochenende. Da ich seit einem Jahr vergeblich versucht habe, selbst einen Besichtigungstermin zu bekommen habe ich spontan zugesagt. Robert und Thorsten, der leider im August die Tour nicht mitmachen konnte, hatten ebenfalls schon zugesagt. Auch Wolfram brauchte nach meinem Anruf nicht lange zu überlegen. Die Chance, die Filmhöhle zu besichtigen war jetzt da und die konnte keiner einfach so liegen lassen.
Für mich bedeutete das entweder zweimal 1.000 km mit dem Auto zu fahren, oder zu fliegen. Ljubljana, München, Klagenfurt und Rijeka schieden als Ziel aus den verschiedensten Gründen (Preis, Flugdauer oder -zeiten) aus. Die billigste und von den Flugzeiten optimale Möglichkeit war ein Direktflug von Hannover nach Wien. Herbert und seine Frau erklärten sich nicht nur sofort bereit, mich von dort im Auto mitzunehmen, sondern boten mir auch noch die Möglichkeit einer Übernachtung in ihrem Gästezimmer an. Euch beiden nochmals einen herzlichen Dank.
So startete ich am Freitag um 18:25 Uhr Richtung Wien, wo ich 1,5 Stunden später landete. Da wir am nächsten Morgen frühzeitig aufbrechen wollten, wurde es ein kurzer Abend und eine kurze Nacht. Bereits um 5:15 Uhr ging es los. Über Maribor erreichten wir gegen 10:00 Uhr Postojna und bezogen die Zimmer in der gebuchten Pension. Dort warteten wir auf Wolfram, Robert und Torsten, die ebenfalls mitten in der Nacht in München gestartet waren. Sie trafen eine knappe Stunde nach uns ein und nachdem auch sie ihre Zimmer bezogen hatten, hatten wir noch genug Zeit zum Mittagessen. Dass Robert, Wolfram und ich uns nach unserer Tour im August so schnell an den Drehorten wiedersehen würden hatte keiner von uns gedacht. Wir waren alle voller Spannung was uns heute erwarten würde. Herbert, Thorsten und Wolfram hatten das notwendige Equipment besorgt. Zwei Autobatterien, Kfz-Scheinwerfer, die über die 12V-Batterien betrieben werden konnten und für jeden eine starke Handlampe.
Dann war es soweit, pünktlich um 13:00 Uhr öffnete sich für uns die Tür zur Höhle und wir traten in eine faszinierende Untertagewelt ein. Wenn man normalerweise eine Höhle besichtigt, ist diese beleuchtet und die Wege sind gesichert. Nichts dergleichen erwartete uns hier. Schaltete man die Lampen aus, umgab uns völlige Finsternis. Nur das Rauschen des Flusses, der tief unter der Höhle fließt war zu hören. Wir kamen uns vor wie Höhlenforscher. Erst im Licht der Scheinwerfer gab die Höhle ihre Geheimnisse preis. Sie besteht aus einem etwas engeren, langgezogenen Eingangskanal, dahinter öffnet sie sich in einen großen Saal, den man in einen kleineren Vor- und einen sehr großen Hauptsaal trennen kann. Nach einem kurzen Rundgang und einer geschichtlichen Erläuterung durch unseren Guide widmeten wir uns unserer Mission, das Auffinden der Drehorte. Das meiste war leicht zu finden, einige Einstellungen haben wir aber auch nicht gefunden. Die wichtigste Frage für mich war, gibt es ein Loch in der Decke durch das Forrester fliehen konnte oder nicht? Natürlich ist an der Stelle kein Loch. Ich konnte mich jetzt persönlich davon überzeugen, dass die Szene ungeschnitten ist und somit auch in keiner anderen Höhle mit Loch Teile der Flucht gedreht wurden.
Gegen 16:30 Uhr ließen langsam die Akkus der Handlampen nach und wir machten uns auf den Rückweg. Kurze Zeit später ein letzter Blick zurück, dann waren wir wieder unter freiem Himmel und ein beeindruckendes Erlebnis lag hinter uns. Wir bedankten uns bei unserem Guide und beschlossen, noch am Bärenkampfplatz vorbeizuschauen. Ich hatte diese Drehorte erst für 2012 auf dem Plan, aber wenn man schon mal da ist...
Der Bärenkampfplatz war schnell erreicht. Auch hier wieder erstaunlich, wie eine derart kleine Wiese einen ganz anderen Eindruck im Film erzeugt. Zum Abendessen blieben wir gleich in dem Ausflugslokal nebenan. Von Westen zog ein Gewitter herauf, das für ein schönes Naturschauspiel sorgte, ebenso der folgende Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen besuchten wir noch die Drehorte in Rakov Skocjan. Es ist atemberaubend was die Natur mit dieser Einsturzdoline hervorgebracht hat. Der Rak führte sehr wenig Wasser, was den Zugang zur hinteren Höhle relativ leicht machte. Dennoch zog ist es vor, barfuss durchzuwaten, als von Stein zu Stein zu springen. Dass das nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung war können zwei hier nicht namentlich genannte bestätigen. Gegen 13:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Robert, Torsten und Wolfram und machten uns auf den Rückweg nach Wien. Dort kamen wir gegen 17:30 Uhr an. Leider hatte mein Flieger Verspätung, die sich scheibchenweise bis auf zwei Stunden ausbaute. Doch auch das konnte meine gute Laune nicht verderben. Nach über fünf Stunden Wartezeit kenne ich mich jetzt auf dem Flughafen Wien schon recht gut aus. So war es letztlich 01:00 Uhr als ich wieder zuhause war. Es war ein unvergessliches Wochenende. Was man in 48 Stunden so alles erleben kann...

Vor der Otoska jama
Der Höhleneingang zur Otoska jama
Drehortsucher in der Otoska jama
Der kleine Saal der Otoska jama
Der große Saal der Otoska jama
Thorsten sorgt für die richtige Beleuchtung
Am Luke-Felsen in der Otoska jama Am Wolfsfelsen in der Otoska jama
Gewitter über Postojna Auf dem Bärenkampfplatz
Vor dem Naturfelsbogen Mali Most in Rakov Skocjan
Vor der Surehand-Höhle in Rakov Skocjan
In der Einsturzdoline von Rakov Skocjan
Barfuß durch den Rak
Nicht alle hatten nur nasse Füße Vor unserer Pension in Postojna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu den Drehortfotos gehts hier ...

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