Reisebericht 2008

Nachdem wir bereits drei Mal Urlaub in Kroatien gemacht haben, bot sich 2008 erstmals die Gelegenheit, bewusst Drehorte der Winnetoufilme zu besuchen. Im Internet habe ich ein bisschen recherchiert und auch Seiten gefunden, die über die Lage und die Drehorte im Allgemeinen Auskunft gaben. Der Krka-Nationalpark, die Plitvicer Seen und Trogir standen ohnehin auf dem Programm. Aber unbedingt sehen wollte ich das Pueblo-Plateau mit dem Blick auf den Rio Pecos und den Nugget-Tsil. Ich war hoch erfreut, dass diese beiden Drehorte in unmittelbarer Nähe von Zadar liegen. Nach einer Woche Badeurlaub auf Krk hatten wir eine Schiffsreise ab Zadar gebucht und in Rovanjska für die Nacht vorher ein Quartier gebucht. So war es problemlos möglich, die wenige Kilometer entfernten Drehorte zu besuchen.

Der Tag des Besuchs fiel auf einen besonderen Tag, meinen Geburtstag. An meinem Ehrentag stand ich dann also endlich auf dem Plateau und blickte zum Rio Pecos hinab. Es war ein erhabener Moment. Minutenlang genoss ich den atemberaubenden Ausblick in den Canyon und ließ die Szenen aus Winnetou 1 und 3 nochmals in Gedanken vorüberziehen. In unmittelbarer Nähe erhob sich bereits der Tulove Grede, im Film der Nugget-Tsil. Das war dann unser nächstes Ziel.

Unterhalb des Tulove Grede befindet sich auf der Ebene der Drehort Eisenbahnercamp aus Winnetou I. In unmittelbarer Nähe vor dem Gelände standen Minenwarnschilder. Ob das Gebiet minenfrei war ließ sich jetzt auf die Schnelle nicht klären. Deshalb haben wir damals darauf verzichtet, den Drehort zu begehen und sind vorbei gefahren. Längs der alten Passstraße standen immer wieder Warnschilder und uns beschlich so langsam ein ungutes Gefühl. Über die sich in den Berg windende Schotterpiste oben angekommen, bot sich uns eine wunderschöne Landschaft. Der weiße Fels und die grünen Wiesen sind ein Naturspektakel, das seinesgleichen sucht. Auf dem ersten Blick erkennt man die Felsen und wieder ließ ich die Szenen vor meinem geistigen Auge ablaufen, insbesondere den Kampf Winnetous mit seinem Vater und seiner Schwester gegen Santer und seine Banditen.

An diesem Ort patrouillierten damals noch Ranger wegen der Minengefahr. Sie kamen gleich an und wiesen uns freundlich darauf hin, ja nicht über den Gipfel hinaus auf die Rückseite zu klettern. Da wir Männer, die Frauen haben gekniffen, aber doch die Wiesen besichtigen wollten, verwiesen sie uns an Mjele, dem Hirten, der direkt dort wohnt. Mjele war sehr freundlich und half uns gerne weiter. Er kramte gleich Filmfotos hervor und zeigte anhand dieser Bilder die Kameraeinstellungen. Da er sich mit den Minen auskannte, folgten Uwe und ich ihm, wir hatten aber bei der Führung ein mulmiges Gefühl. Leider hatten wir natürlich Verständigungsprobleme, aber mit Händen und Füßen haben wir uns doch verstanden. Die Wiesen vor dem Gipfel seien geräumt, jedoch nicht die dahinter liegenden, somit bestand auch keine Chance zur Sterbestelle zu gelangen. Wie wir seinen Ausführungen weiter entnehmen konnten, hat er in den Filmen als Komparse mitgespielt. Auf den Fotos, die während der Dreharbeiten gemacht wurden, konnten wir ihn nicht zweifelsfrei erkennen, weshalb der Wahrheitsgehalt dieser Behauptung unbestimmt ist. Da die Komparsen damals aber alle aus den umliegenden Ortschaften stammten glauben wir es ihm mal. Die Verabschiedung war sehr herzlich, seiner Einladung in seine Hütte zu einem Umtrunk konnten wir dann aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr folgen. Aber wir versprachen, bald wieder zu kommen.

Unsere Schiffsreise führte uns auch nach Skradin zum Krka-Nationalpark. Hier waren wir einige Jahre zuvor schon mal gewesen. Trotzdem sind die Wasserfälle immer wieder ein Erlebnis. Nachdem man sich die Filme bzw. –fotos vorher angeschaut hatte, konnte man die einzelnen Kameraeinstellungen auch zuordnen.

Am Abend darauf machte unser Schiff Station in Trogir. Auch hier waren wir schon mehrfach gewesen, aber diese wunderschöne Altstadt fasziniert mich immer wieder. Die Stadt diente in Winnetou III als Santa Fe, das Rathaus als Gouverneurspalast. Am folgenden Morgen habe ich ganz früh vor dem Frühstück einen Rundgang durch die noch leeren Gassen gemacht. So konnte ich Drehortfotos ohne störende Personen machen.

Auf dem Rückweg von Zadar nach Rijeka standen noch zwei Tage in Plitvice auf dem Programm. Den Nationalpark besuchte ich zum ersten Mal. Nicht umsonst wird der Schatz im Silbersee als der schönste Winnetoufilm bezeichnet. Silbersee und Schatzhöhle sind noch genau wie damals. Aber nicht nur diese bekannten Stellen, sondern die gesamten Wasserfälle und Seen haben ihren Reiz.

Im meiner Vitrine mit den Urlaubsmitbringseln haben übrigens die Steine vom Pueblo-Plateau, dem Nugget-Tsil und aus der Schatzhöhle am Silbersee einen Ehrenplatz.

   

 

 

 

 

 

Copyright © 2017 Die Drehorte der Winnetoufilme. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
JSN Epic template designed by JoomlaShine.com