14. KMFFT in Berlin 25.10.2013

Für den Freitag, den 25.10.2013, hatten die Berliner Karl-May-Film-Freunde wieder zu einem Treffen nach Berlin geladen. Bereits zum 14. Mal fand ein derartiges Treffen statt und ich habe mich gefreut, endlich terminlich nicht anderweitig eingebunden zu sein und erstmals in der Runde mit dabei sein zu können. Auch Wolfram hatte sich die Zeit genommen und seine Teilnahme zugesichert.
Mit jeweils wenigen Minuten Verspätung trafen unsere Züge fast zeitgleich in Berlin ein und wir wurden bereits am Bahnhof erwartet. Stefan und Michael machten für uns den Shuttle-Service. Nach einer herzlichen Begrüßung ging es direkt zum Teufelsberg. Auf dem Plateau dieses Trümmerschuttberges galt es einen Drehort ausfindig zu machen. Vor Ort wurden wir von weiteren Teilnehmern und von Horst bereits erwartet. Nach kurzem Fußmarsch auf den Berg hatten wir zunächst einen herrlichen Ausblick über die Stadt. Die Besichtigung dieses Drehortes stand bereits 2012 im Rahmen des Karl-May-Festes des Karl-May-Archivs auf dem Programm, fiel aber wegen des schlechten Wetters buchstäblich ins Wasser. Hier oben wurde die Ballon-Szene im Film „Durchs wilde Kurdistan“ gedreht. Dieses Plateau des Teufelsbergs wird im Volksmund „Drachenberg“ genannt. Warum, davon konnten wir uns sehr schnell selbst überzeugen. Aufgrund der guten Windverhältnisse flatterten viele Drachen im Wind und es schwirrten auch einige Modellsegelflugzeuge durch die Luft. Perfektes Terrain also auch für die Ballonfahrt. Die Szenen im Film lassen allerdings keinen Rückschluss auf den Drehort zu, aber der KMFF liegt eine Kopie des Tagesberichts vom 06.07.1965 vor, der die Details des Drehs der Ballonszene beschreibt. Um 09:03 Uhr fiel die erste Klappe, bis 16:10 Uhr wurden insgesamt 20 Einstellungen gedreht. Über den genauen Drehort gibt ein Dreharbeitenfoto Aufschluss, das im Buch „Der Weg zum Silbersee“ von Michael Petzel veröffentlicht ist. Darauf erkennt man im Hintergrund die Skyline einer Stadt. Unter der Vergrößerung kann man darauf drei markante Erhebungen ausmachen. Verglichen mit alten Luftaufnahmen aus den 60-iger Jahren sind das ein Wasserturm, die Kuppel des Schlosses Charlottenburg und ein altes Kraftwerk. Anhand dieser auch heute noch erkennbaren Details ließ sich der Drehort genau erkennen. Start und Landung des Ballons sind genau an der gleichen Stelle gedreht. Es wurde lediglich die Kamera umgestellt. Der Ballon wurde, wie auf dem Dreharbeitenfoto zu erkennen, lediglich an einer Leine wenige Meter in die Höhe gelassen und dann wieder heruntergeholt.
Vom Teufelsberg ging es anschließend in die gemütliche Dunhill-Lounge. Hier konnten wir noch weitere Teilnehmer begrüßen, die nicht mit am Teufelsberg waren. Nachdem Horst das Treffen offiziell eröffnet hatte begaben wir uns zum Abendessen ins angrenzende Cafe Einstein. Auf dem weiteren Programm standen Vorträge über eben den Drehort Teufelsberg, das K-M-Fest in Elspe und die Eröffnungsfeier der K-M-Ausstellung in Radebeul. Michael wies auf eine TV-Reportage des ZDF hin. Am 10.12.2013 wird in der Sendung "Hallo Deutschland" ein Beitrag über Karl-May und die Fanszene zu sehen sein. Hochinteressant war ein Bericht von Andreas über seinen Besuch der Inkastätten in Peru, Drehorte im Film „Das Vermächtnis des Inka“. Auch Wolfram und ich konnten anschließend etwas zum Programm beitragen. Wir hatten einen Bericht über den Standort der Westerstadt Tulsa aus „Der Schatz im Silbersee“ vorbereitet und trugen die Ergebnisse der TSFK, die im Rahmen der Convention im Juni dieses Jahres die genaue Lage lokalisiert hatte, vor.
Was dann folgte war ein Feuerwerk der Requisiten, ein Highlight jagte das nächste. Stefan und Gerhard hatten Zutritt zum Requisitenfundus der Theaterkunst Berlin erhalten. Und die Vermutung, dass sich im Fundus auch Originalkostüme der Karl-May-Filme befinden könnten fanden sie schnell bestätigt. Sie berichteten, dass das Auffinden ein mühsames Unterfangen ist. Im Fundus lagern ca. 7 Millionen Stücke, archiviert mittels Karteikarten, sortiert nach Land der Filmszene. Zutage förderten sie aus dem Film „Der Schatz der Azteken“ mehrere Kostüme, darunter einen Frack und eine Lederjacke, getragen von Lex Barker in der Rolle des Dr. Sternau. Weiter das Kostüm der Josefa, dargestellt von Michel Girardon, die Hose von Hauptmann Verdoja, verkörpert von Rik Battaglia, sowie das komplette Outfit, Jacke und Hose von Gerard Barray in der Rolle des Graf Alfonso.
Doch mit der Präsentation mittels Powerpoint sollte es nicht abgetan sein, nein, sie hatten die Erlaubnis erhalten, diverse Stücke auszuleihen. So wurden die Lederjacke des Dr. Sternau und das Kostüm von Graf Alfonso im Original den staunenden, nach Luft schnappenden Anwesenden präsentiert. Doch damit nicht genug. Weiterhin präsentierten sie das Oberteil des „Weißen Büffel“ aus Winnetou 3.Teil, sowie eine Indianerhose, beides aus Privatbesitz. Letztere trug in Old Surehand Häuptlingssohn Tou-Wan und später der Osagenhäuptling Weiße Feder im Tal der Toten. Eine dem Perlenmuster entsprechende Hose taucht bereits in früheren Filmen auf. Allerdings zeigen da die Spitzen der Perlenbestickung nach vorne. In dieser Form trägt sie in „Der Schatz im Silbersee“ der Große Wolf, in „Winnetou 1. Teil“ Häuptling Tangua, in „Winnetou 2. Teil“ der Ponkahäuptling und letztlich Wokadeh in „Unter Geiern“. Darüber, ob es sich um verschiedene Hosen oder um eine Weiterverwendung der Perlenstickerei handelt, nachdem die erste Hose verschlissen war, lassen sich nur Vermutungen anstellen. Wurde die Perlenbestickung entfernt und weiterverwendet, ist sie seitenverkehrt an die neue Hose wieder angesetzt worden.
Als i-Tüpfelchen setzte Gerhard noch einen drauf. Stolz präsentierte es das Originalgewehr von Rod Cameron aus dem Film „Old Firehand“. Spätestens jetzt waren alle baff. Über mehr als eine Stunde wurden die Requisiten bestaunt und unzählige Fotos geschossen. Eine Vielzahl derartig ausgefallener Originalrequisiten hatten die wenigsten bisher en bloc gesehen. Nachdem sich die Lage wieder etwas beruhigt hatte, präsentierte Stefan noch einige Teile seiner neuesten Errungenschaften. Neben diversen Zeitschriften mit K-M-Artikeln als Inhalt gab es neue Filmplakate und herrliche, große Dreharbeitenfotos zu sehen. Am Rande der Präsentationen blieb genügend Zeit, sich untereinander auszutauschen. Weit nach Mitternacht setzte dann die Müdigkeit ein, Spuren des langen, ereignisreichen Tages. Ich hatte ein derartiges Erlebnis nicht erwartet. Was als gemütliches Beisammensein angekündigt war, entpuppte sich als perfekt organisierte Veranstaltung mit einer Aneinanderreihung von Höhepunkten, die ihresgleichen suchen. An dieses Treffen werde ich lange zurückdenken. Mein herzlicher Dank geht nochmals an die Veranstalter, die ein in allen Belangen perfektes Treffen organisiert haben.

Ein weiterer Bericht auf der Seite des Veranstalters

Blick vom Teufelsberg auf Berlin Auf dem Plateau am Teufelsberg Auf dem Plateau am Teufelsberg Recherche-Ergebnisse des KMFFT über den Drehort "Ballonfahrt"
Der Drehort "Ballonfahrt" im Film "Durchs wilde Kurdistan" Der Treffpunkt "Dunhill Lounge" Unter den Linden Horst Woebs referiert über den Drehort "Teufelsberg" Mit Interesse dabei: die Teilnehmer des 14. KMFFT
Referat über die K-M-Austellungseröffnung in Radebeul Beim Vortrag über Tulsa Beim Vortrag über Tulsa Beim Vortrag über Tulsa
Mit der Original-Filmflinte von Old Firehand Stefan von der Heyden präsentiert ein Originalfilmkostüm Stefan von der Heyden präsentiert ein Originalfilmkostüm Die Original-Filmjacke von Dr. Sternau (Lex Barker)
Original Hose des Tou-Wan in Old Surehand Die Original-Jacke des "Weißen Büffel" aus Winnetou III Tschechisches Kinoplakat zu Old Shatterhand Gruppenbild mit Damen der TeilnehmerInnen des 14. KMFFT
       

 




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